Erfolgreiche Nachwuchsarbeit im Weltvogelpark

Die heiße Phase der Jungtieraufzucht neigt sich so langsam dem Ende zu… Auch in diesem Jahr haben wieder zahlreiche Jungtiere im Weltvogelpark das Licht der Welt erblickt. Viele wurden von den Eltern liebevoll aufgezogen, aber es mussten auch einige Küken künstlich erbrütet und durch die Tierpfleger aufgezogen werden. Besonders hervorzuheben sind die erfolgreiche Aufzucht der verschiedenen Tukan- und Arassari-Arten (Riesentukan, Dottertukan, Braunohrarassari, Grün- und Schwarzkehlarassari), die europaweit einmaligen Zuchterfolge der Goldkopfquetzale sowie der Blauen Seidenkuckucke und Mähnenibisse aus Madagaskar. Ebenfalls wichtig für den Arterhalt waren die Zucht des in der Natur stark bedrohten Kagus und der zwei jungen Rotschnabelhokkos. Darüber hinaus sind wie jedes Jahr zahlreiche junge Eulen und erstmals zwei junge Gänsegeier geschlüpft.

Ein besonderer Zuchterfolg war der Schlupf eines Sekretärs. Bei dieser in Afrika beheimateten Vogelart ist nach einer Brutzeit von 43 Tagen am 29.07. ein Küken geschlüpft. Auffallend bei den frisch geschlüpften Küken dieser Vogelart sind die im Verhältnis zur Körpergröße noch sehr kurzen Beine. Dies ist umso bemerkenswerter da ausgewachsene Sekretäre sehr lange, stelzenartige Beine besitzen mit denen sie schnell und ausdauernd am Boden laufen können.

Europaweit erstmalig ist dieses Jahr die Zucht von zwei Kapuzinerkotingas geglückt. Diese zu den Schmuckvögeln gehörende Vogelart wird nur selten in zoologischen Gärten gehalten und kam im Jahr 2012 erstmals in den Vogelpark. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über den Nordosten Südamerikas und den Norden des unteren Amazonasgebiets. Es ist eine seltsam, geierartig aussehende Vogelart mit fast kahlem, federlosem Scheitel und Gesicht und einem buckeligen Aussehen. Die Männchen geben tiefe muhende, rinderähnliche Laute von sich, weshalb er auch „Kälbervogel“ genannt wird. Am 04.07. schlüpfte nach einer Brutzeit von 25 Tagen das erste und am 18.07. das zweite Küken dieser Art in einem europäischen Zoo.

Ein weiterer, besonderer Zuchterfolg ist uns mit dem Schlupf eines kleinen Andenkondor geglückt. Diese in den Anden Südamerikas vorkommende Vogelart gehört mit einer Flügelspannweite von über drei Metern und einem Körpergewicht von bis zu 15 kg zu den größten und schwersten flugfähigen Vögeln. Nach einer Brutzeit von 58 Tagen schlüpfte am 25. Juni der kleine Kondor. Bereits beim Schlupf konnte man noch im Ei anhand des cha­rak­te­ris­tischen kleinen Kammes auf dem Schnabel erkennen, dass es ein männliches Kondor-Küken ist.